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Alles, was unmännlich ist

# 75 Ein Bad nehmen

Der Mann gehört zum harten, starken Geschlecht. Als männlich gilt daher derjenige, der emotional robust ist, Action mag und gerne sportlichem Wettkampf frönt. Und nicht, wer seinen Körper und seine Seele mit Düften und Wellness verwöhnt. Letzteres passt mehr zum Bild der sensiblen, emotional labileren Frau. Sie ist es auch, die bekanntlich viel Zeit für alles und jenes gebraucht. Ein Mann hingegen erledigt alles rasch und effizient.

Ein Bad zu nehmen bedarf zunächst Vorbereitung. Man muss ausreichend Wasser in die Wanne laufen lassen, dies mit entsprechendem Badezusatz versehen. Und während der eine immer noch die Finger ins Wasser steckt und dann wieder am blauen oder roten Wasserknopf dreht, hätte sich ein wahrer Mann schon zehn Mal geduscht. Wer sich zur Körperreinigung in die Wanne begibt, ist nicht maskulin effizient.

Ein Vollbad wird in erster Linie auch zur Entspannung genommen, um sich vom Stress des Alltags zu erholen. Nun zeichnet sich der Männliche, zum einen, durch ein niedriges Stress-Empfinden und emotionale Stärke aus, so dass er dies gar nicht nötig hat. Und möchte er abschalten, macht er das, zum anderen, auf maskuline Art: Beim Feierabendbier oder Sport, beim stupide Videos auf youtube schauen oder auf dem Sofa mit Fernbedienung in der Hand. Und nicht, indem er sich alleine in ein wohltemperiertes Schaumbad legt.

Ein richtiges Bad zeichnet sich zudem durch zarte Düfte und weiche Schaumberge aus, und das ist nichts für den harten, starken Mann. Der Badegenießer hingegen steht darauf. Er ist einer, der sich gerne mit wohlriechenden Essenzen umgibt. Ein Mannsbild, das seinen eigenen Körper gerne zu Hause mit Wellness verwöhnt. Vielleicht legt er gar Norah Jones ein und umgibt sich selbst mit Kerzenlicht. Vielleicht ist er auch von kindlichem Gemüt, mit Plastik-Ente und Spielzeug-Boot.

Doch selbst wenn er sich in der Badewanne einen Scotch und eine Zigarre genehmigt: Ein Mann, der sich selbst sorgfältig ein Bad einlässt und darin alleine unter wohlduftenden Schaumwolken schwebt, ist alles andere als maskulin.

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Lustige Krawatten für Männer, Krawatten mit Comic, Cartoon-Krawatten und bunte Krawatten sind unmännlichEin wahrer Mann zeichnet sich durch Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein aus. Er ist einer, der sich – besonders im Berufsleben – Respekt verschaffen will und kann. Dementsprechend zieht er sich auch an.

Sein Kleidungsstil ist schließlich Ausdruck seiner Persönlichkeit. Ein passender Anzug vermittelt bereits maskuline Autorität. Und die dazugehörige Krawatte wird im Geschäftsbereich auch gerne als Visitenkarte gesehen.

Je dunkler die Krawatte, desto mehr Seriosität strahlt der Träger aus. Je kleiner und feiner das Muster, desto mehr Kompetenz wird ihm zugeschrieben. Doch je lustiger die Mickeymaus, je bunter der Bart Simpson oder je mehr Smileys abgebildet sind, desto mehr vermittelt der Krawattenträger, dass ihm keine der angeführten Qualitäten zu Eigen sind.

Es ist das Paradox des Comic-Schlipsträgers: Er ist ein Mann, der sich in einen Anzug oder in Hemd und Sakko zwängt. Ein Kleidungsstil, der männliches Verantwortungsbewusstsein repräsentiert. Doch dazu legt er eine Krawatte an, die jeglichen Anflug von Respekt auf den ersten Blick zunichtemacht. Das Tragen einer Krawatte mit lustigem Motiv zeugt lediglich von Infantilität, Unreife und Stillosigkeit.

Laut Mode-Experten sollte sich der Mann vor Anlegen einer Krawatte stets fragen: „Wer bin ich?“. Ein Angestellter im Disney-Land? ‚Kinderarzt’ und ‚Kindergeburtstagsfest-Animateur’ wären die beiden anderen Antworten, die eine Snoopy-, Asterix- oder Papa Schlumpf-Krawatte rechtfertigen. Jeder andere sollte sie nur in folgenden drei Fällen tragen:

a) Er möchte Single bleiben.

b) Er möchte Single werden.

c) Er möchte nicht befördert werden und/oder ist auf eine Gehaltskürzung aus.

Ausreden wie „Ich habe sie von meinen Kindern geschenkt bekommen“, gelten nicht, denn in diesem Fall kann der Mann es wie jeder Teenager machen: Mit dem guten Stück aus dem Haus gehen und es an der ersten Straßenkreuzung ablegen.

Gleichgültig, welche spaßige Figur auf dem Schlips herumtanzt. Egal ob Goofy, Garfield, Winnie Puhh, Popeye, Werner oder der Weihnachtsmann: Comics gehören ins Lustige Taschenbuch und nicht auf die Visitenkarte. Weder auf die kleine quadratische aus Papier, noch die aus Stoff auf der Brust.

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# 73 Kochbuch-Verwender

Kochen für Männer, Kochbücher für Männer und Kochbücher verwenden ist unmännlichMännlich ist, sich anderen überlegen fühlen. Deshalb ist der Herr der Schöpfung stets der Meinung, dass er alles besser kann. Gute Ratschläge und Bedienungsanleitungen jeglicher Art hat er nicht nötig. Er probiert es selbst einmal.

Er drückt beim Autofahren lieber eine Stunde alle Knöpfe am piepsenden Armaturenbrett, als kurz in das Handbuch im Handschuhfach zu sehen. Die Instruktionen vom Möbelhaus werden gleich mit dem  Verpackungsmaterial entsorgt, da baut er lieber ein instabiles Bücherregal. Ein echter Kerl macht eben sein eigenes Ding. Auch in der Küche. Denn, selbst ist – und kocht – der Mann.

Kochbücher sind Sammlungen von Rezepten, die eine genaue Anweisung geben, wie eine Speise zubereitet werden sollte. Sie gehören daher in die Kategorie Bedienungsanleitung. Wer beim Kochen den Rat eines Kochbuches befolgt, gehört somit nicht zu der männlichen Sorte, die alles besser kann.

Ein Kochbuchverwender geht nicht seinen eigenen Weg und probiert es mutig selbst einmal. Nein, er sieht lieber in der Anleitung nach, denn er hat Angst, etwas falsch zu machen. Man beachte: Es geht hier lediglich um eine Mahlzeit und nicht um ein lebenslang instabil stehendes Bücherregal.

„Man ist, wie man kocht“, heißt es. Selbst wenn die Küche für ihn fremdes Terrain darstellt: Der Männliche schwingt lässig den Kochlöffel, hat eine Vorstellung und nimmt – überlegen wie er ist – gleich mal die größte Pfanne zur Hand. Dies zeugt von Unabhängigkeit und Selbstsicherheit. Etwas von dem und ein bisschen von dem, und ordentlich mit Salz, Pfeffer und Chili würzen kann nie schaden. Selbst wenn Gäste kommen, er nimmt sich die Freiheit heraus.

Wer hingegen in einem Kochbuch nachsieht, streift sich dabei meist seine frisch gebügelte Schürze zurecht. Er ist unsicher. Er beginnt sorgsam die Muskatnuss zu reiben und, ah, nur eine Messerspitze Salz. Er macht alles exakt, wie ein anderer ihm sagt. Er wagt nicht, sich Freiheiten herauszunehmen, sondern hält sich an Vorschriften fest.

Ein Kochbuchverwender ahmt andere nur nach. Er ist die Lusche, die – nicht nur in der Küche- eine Bedienungsanleitung braucht.

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# 72 Kuschelrock

DeKuschelrock, Kuschelrock-CD, Kuschelrock hören ist nichts für Männer und unmännlichr Männliche beeindruckt durch Selbstsicherheit, und die beweist er auch im Umgang mit der Damenwelt. Ein echter Mann braucht keine Unterstützung von Freunden, um eine Frau anzusprechen. Das kann er alleine. Er ist auch selbst in der Lage, sich seiner Herzdame erfolgreich am Sofa zu nähern und benötigt keine Hilfe dafür. Schon gar nicht die von Celine Dion.

Bei aller Liebe, solch weichgespülte Songs  besitzt ein Mann gar nicht. Das starke Geschlecht steht schließlich auf starken Sound.

Kuschelrock hat genauso wenig mit harter Rockmusik zu tun, wie maskuliner Musikgeschmack mit Celine Dion. Der Begriff steht – seit der ersten Kuschelrock-CD, die 1987 auf den Markt kam, –  für Lovesongs.

Wer eine Kuschelrock-Compilation im Regal hat, ist ein Mann, der sich eine CD mit romantischen Liebesliedern gekauft hat. An dieser Stelle könnte der Artikel eigentlich schon aufhören.

Erläutern wir es dennoch weiter. Warum würde ein Mann dies tun?

a) Weil er diese Musik mag. Dieser Typ steht nicht auf männlichen Rock, Rap oder Heavy-Metal und tobt sich auch nicht bei Dance und Techno aus. Nein, er ist einer, der lieber sanften Balladen lauscht, die von der Liebe handeln, und zu denen er am Sofa kuscheln kann. Er mag die artig gehauchten Songs von Katie Melua. Ertönt „Eternal Flame“ von den Bangles, schlägt sein Herzchen höher. Bei Robin Becks „The First Time“ träumt er von verflossener Liebe. „My heart will go on“ ist seine Hymne. Wahrscheinlich hat er auch 5x ‚Titanic‘ gesehen. Und, während ein echter Kerl sich meist nicht einmal daran erinnert, wo er wen geküsst hat, weiß der Kuschelrock-Liebhaber auch noch genau: „Es war bei “It must have been love” von Roxette!“ Das alles beschreibt – schlechthin – den Anti-Mann.

b) Weil er hofft, dass Schmusesongs seine Chancen beim weiblichen Geschlecht erhöhen. Die Kuschelrock-CD wird bekanntlich gerne bei Damenbesuch abgespielt, um die Angebetete empfänglicher für die männlichen Annährungsversuche zu machen. Ein Mann, der sich Kuschelrock aus diesem Grund zugelegt hat, ist folglich weder von sich noch seinen Verführungskünsten überzeugt. Er ist selbst nicht in der Lage, eine Frau zu erobern. Er braucht die Hilfe von Phil Collins und Lionel Richie dazu. Dieser Typ hat es nötig, eine Dame mit Duftkerzen zu betäuben und romantischen Klängen zu betören. Und das spricht auch nicht für den Mann.

Ein echter Kerl hat keine Probleme, seine Auserwählte für sich zu gewinnen. Er selbst ist es, der ihre Knie weich werden lässt und ihr den Atem raubt. Die Lusche legt Kuschelrock ein und braucht Berlins „Take my breath away“ dazu.

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# 71 Kleine Hunde

Männer haben große Hunde, Männer mit kleinen Hunden, Dackel, Pekinese, Zwerghunderassen, Malteser und Chihuahua sind unmännlichEin Hund offenbart Vieles über seinen Herren. Schon die Psychologie besagt, dass der Mensch eine Rasse wählt, die entweder seinem eigenen Wesen entspricht, oder repräsentiert, was er gerne wäre.

Der Mann tendiert daher zum großen, Respekt einflößenden, gar gefährlichen Hund, am besten noch mit tief grollendem Bellen. Er hat einen Rottweiler, Labrador oder Schäferhund. Und, mit einer mächtigen Bulldogge an der Leine wirkt jeder männlich. Mit einem putzigen Zwerg-Hündchen hingegen nie.

Hunde, die ausgewachsen eine Schulterhöhe von maximal 30cm erreichen, gehören zu den Klein- oder Zwerghunderassen. Darunter der Yorkshire-Terrier, Chihuahua, Malteser, Mops, Pekinese oder jegliche Rasse, deren Name mit „Zwerg-„ beginnt. Sie werden im Allgemeinen als „Schoßhund“ bezeichnet und haben alle etwas gemeinsam: Sie passen in eine Handtasche, haben meist ein Mäschchen am Kopf und im Winter ein Mäntelchen an, sind niedlich, gut zum Kuscheln und erscheinen schutzbedürftig.

Nach der Psychologie ist der Halter eines Mini-Hündchens also entweder selbst von klein-zierlicher Statur und kindlich-niedlichem Wesen. Oder, er gibt via Schoßhund bekannt, dass er es gerne wäre. Er wäre gerne putzig und süß. Er möchte gekuschelt werden, ist der weiblich verschmuste Typ. Er offenbart, dass er nicht der große, starke Beschützer ist, sondern – wie sein Hündchen – ein kleines und zerbrechliches Wesen, das selbst beschützt werden will.

Er repräsentiert keine Männlichkeit, wie derjenige mit stattlichem Hund an der Seite, den er kontrollieren und ohne viel Aufheben am Kopf tätscheln kann. Nein, er hat lieber etwas handlich Kleines bei sich, mit großen, treuherzigen Augen und flauschigem Fell. Der Kleinhundehalter ist nichts anderes, als ein Mann mit einem lebendigen Kuscheltier.

Der männliche Herr hat deshalb einen großen Hund. Derjenige mit Hündchen ist bloß ein unmännliches Herrchen. Auch, wenn er nur von seiner Freundin mit dem kleinen Liebling ums Haus geschickt wurde. Denn in diesem Fall hängt er auch wie ein Schoßhund an der Leine.

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# 70 Tretroller

Tretroller und Kickboards fahren sind unmännlich, erwachsene Männer sollten nicht Tretroller fahren, steig ab, alter SackEin echter Kerl bewegt sich flotten Schrittes voran. Möchte er noch schneller zur Bahn-Station oder Arbeitsstelle gelangen, so bedient er sich eines Fortbewegungsmittels, das geschaffen ist für den erwachsenen Mann. Wie etwa ein Herrenrad oder sportliches Mountainbike.

Besonders männlich wirkt natürlich derjenige, der auf einem respektablen Motorrad dahergebraust kommt. Groß, gefährlich und nur mit technischem Geschick zu manövrieren – das ist das maskuline Fahrzeug schlechthin.

Der Tretroller, auch Kickboard genannt, ist ein simples Fahrgerät. Er ist handlich, ungefährlich und um ihn zu fahren, bedarf es keinerlei Geschick. Er wurde für Kinder geschaffen und ist als Spiel-Fahrzeug bekannt. Selbst wenn es sich um ein Modell für den Erwachsenen mit stabileren Reifen und höherem Lenker handelt: Ein Mann mit Tretroller sieht immer aus, als hätte er einem kleinen Kind das Spielzeug geklaut.

Im Straßenverkehr wird der Tretroller auch als ‚Spielzeug‘ klassifiziert. Dies bedeutet, erstens, dass man damit nicht auf Straßen, sondern nur auf Gehwegen fahren darf. Und, zweitens, dass ein Tretroller in die gleiche Kategorie wie ein Bobby Car oder Hello Kitty-Dreirad fällt. Ein echter Mann hat nun einmal eine ordentliche Karosserie unter sich oder ist auf einem respektablen Zweirad unterwegs. Und kommt nicht per Bobby Car zur Arbeit gefahren. Einen ähnlich albernen Anblick bietet der Tretroller-Fahrer, denn er ist auch offiziell mit einem Kinderspielzeug unterwegs.

Dennoch kommt so mancher erwachsene Mann im urbanen Nahverkehr auf einem Kickboard angerollt daher. Warum benutzt er solch unmännliches Gefährt? Warum schwingt er sich nicht wenigstens auf ein Fahrrad, mit dem er schneller ist und auf Straßen fahren darf?

a)    Er ist kein Mann, sondern noch ein kleiner Junge. Als solcher erfreut er sich einfach an dem kindlichen Fahrvergnügen. Wahrscheinlich ist er einer, der auf seinem coolen Kickboard auch noch Kunststücke vorführen kann.

b)    Ein Tretroller ist ideal, um ein Gefühl für Gleichgewicht zu erlangen, und als Vorbereitung auf das Radfahren bekannt. Die Annahme liegt also nahe, dass ein Mann auf einem Tretroller gar nicht Fahrradfahren kann.

Einer Person maskulinen Geschlechts über 20 sei demnach geraten: Lieber wie ein Mann zu Fuß gehen, als wie ein Kind Tretroller fahren.

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# 69 Angst vor Spinnen

Angst vor Spinnen haben ist unmännlichEin maskuliner Typ zeichnet sich durch Furchtlosigkeit aus. Er bewahrt selbst in einer brenzligen Situation einen kühlen Kopf, und kalkuliert: Besteht in der Tat Gefahr oder sieht das Tier vor mir nur unappetitlich aus?

Er nimmt erst Reißaus, wenn ihn ein wilder Stier oder Zähne fletschender Pitbull verfolgt. Wer ein echter Mann ist, ergreift eben nur vor großen und gefährlichen Lebewesen die Flucht.

Eine Spinne ist ein kleines und, in unseren Breitengraden, ungefährliches Wesen. Sie liebt die freie Natur, aber ist auch manchmal in Wohnungsecken oder auf Zimmerdecken zu finden. In der Regel ist es die schreckhafte Dame, die bei ihrem Anblick die Contenance verliert. Doch es gibt auch so manchen Kerl, der bei Erspähen eines Spinnchens aufspringt, aufkreischt, wegläuft und/oder „Schatziii, Hiiilfe! Eine Spiiiinne!“ ruft. Solch Reaktion ist nicht maskulin.

Sie verdeutlicht: Hier handelt es sich um einen Vertreter des starken Geschlechts, der Angst vor einem kleinen Tierchen hat. Dazu vor einem Tierchen, das ihm nichts zuleide tut. Und welches, darüber hinaus, auch noch Angst vor ihm hat. Nimmt ein wahrer Mann erst Reißaus, wenn ihn ein gefährliches Tier verfolgt, so rennt dieser Typ vor einem harmlosen Geschöpf davon, das zeitgleich in die entgegengesetzte Richtung rennt.

Zugegeben, die Spinne hat mehr Beine als der Mann und vielleicht auch mehr Haare als er. Doch ein Kerl beurteilt ein Tier nach ‚gefährlich/ungefährlich‘ –  und nicht nach Ästhetik. Im Gegensatz zum Spinnen-Ängstlichen: Wie eine blaublütige, zartbesaitete Dame schreckt er vor etwas zurück, nur weil es etwas unansehnlich ist.

Sich dem kleinen Wesen mit einem drei Meter langen Staubsaugerarm zu nähern zeugt auch nicht von Mut. Männlich wirkt nur derjenige, der den schwarzen Achtbeiner ohne Scheu in die Hand nehmen und vor die Tür tragen kann. Im Gegensatz zu dem ‚Helden‘, der schon vor einem kleinen, harmlosen Lebewesen beschützt werden muss.

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# 68 Herrenhandtaschen

Handtaschen für Männer, Herrenhandtaschen und Horst Schlämmer-Taschen sind unmännlichDie Handtasche ist für die Frau ein Accessoire, in dem sie immer alles vorsorglich mit sich führen kann. Für den Mann hingegen ist eine Tasche Mittel zum Zweck. Benötigt er eine, so unterstreicht er seine Männlichkeit mit großem Format.

Geht er zur Arbeit, trägt der Herr eine stattliche Akten- oder Kuriertasche, in die sein Laptop passt. Geht er zum Sport, so lässt vermuten: Je größer die Sporttasche, desto größer seine Sportlichkeit. Geht er aus, so zeigt er Größe, in dem er gar keine Tasche hat. Schlüssel, Handy und Geld steckt ein echter Kerl in Hosen- und Jackentasche. Mehr braucht er nicht.

Eine Herrenhandtasche ist nicht groß, sondern von kleinem, handlichem Format. Sie ist schließlich, auch wenn sie als Herrenhandtasche bezeichnet wird, immer noch eine Handtasche. Genau wie ein ‚For men‘-Labello immer noch ein Labello ist. Selbst wenn Marketing-Experten oder Designer bestimmten Produkten ein maskulines Präfix vorsetzen, sollte der Herr wissen: Manches, wie eben eine Handtasche, ist nur für Damen.

Der Handtaschenträger ist also ein Mannsbild, das mit einem femininen Accessoire herumspaziert. Dem nicht genug: Auch wie er sein Täschchen trägt, untermauert seine Unmännlichkeit.

a)    Handelt es sich um ein Modell mit Handgelenk-Trageschlaufe: Er sieht wie ein Kerl mit Armband, an dem ein überdimensionaler Anhänger baumelt, aus. Und erinnert damit an Horst Schlämmer, und nicht an Jason Statham.

b)    Ist sein Täschchen mit Schulterriemen ausgestattet: Diese Trageweise wird umso mehr mit der klassischen Damenhandtasche assoziiert.

c)    Weist es weder Trageschlaufe noch Schulterriemen auf, hat er sein Täschchen fest unter die Achseln geklemmt. Genau wie eine Dame ihre modische Clutch.

Da der Mann mit seiner Handtasche offensichtlich nicht zum Sport und auch nicht zur Arbeit geht, weil darin weder Laptop noch Tennisschuhe passen, ergibt sich zudem die Frage: Was braucht dieser Kerl alles, das nicht in Hosen- und Jackentasche passt? Einen Müsliriegel für zwischendurch? Kamm, Spiegel, Labello, Mundspray und Männer-Handcreme? Traubenzucker für seine Kreislaufprobleme? Taschentücher im Fall von Liebeskummer?

Der Handtaschenträger gibt also nicht nur ein weibliches Bild ab, sondern auch seine inneren Werte sprechen für überfürsorgliche Feminität. Selbst wenn sie als Männerhandtasche bezeichnet wird: Sie ist von unmännlichem Format.

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# 67 Hobby ‘Malen’

Bilder malen, Aquarell, Acryl, Öl, Malkurse für Männer sind unmännlichFußball spielen und Formel Eins schauen, Paintball, Billard, Kick-Boxen und am Computer zocken: Sie gelten als typisch männliche Aktivitäten, denn sie verkörpern Maskulinität in Form von Wettbewerbsdenken und Siegeswillen, Tempo und Action.

Ein Mann zeichnet sich schließlich durch Kampfgeist aus. Wer ein echter Kerl ist, geht daher auch in seiner Freizeit zum Kräftemessen.

Wer als Hobby ‚Malen‘ hat, steht hingegen lieber alleine vor einer Leinwand, um in aller Ruhe und mit zarten Pinselstrichen ein hübsches Bildchen zu erschaffen. Ob in Öl, Acryl  oder Aquarell – der malende Mann hat meist eine idyllische Landschaft vor Augen. Ein Blumenbouquet, einen Obstkorb oder eine Waldlichtung bei Sonnenuntergang. Manch einer versucht sich gar an einer nackten Frau, der er sich in der Realität nicht näher kommen traut.

Gibt er damit schon ein unmännliches Bild ab, so scheint es dem kleinen Hobbymaler auch an maskulinen Attributen zu fehlen. Statt beim Sport Kampfgeist zu zeigen und sich mit Schläger, Paintball-Gun oder PS4-Controller zu bekriegen, will er lieber seine Gefühle mit Farben zum Ausdruck bringen. Er bevorzugt in seiner Freizeit etwas Schönes zu kreieren, um damit vielleicht seine Wohnung zu dekorieren. In diesem Sinne könnte er auch gleich ‚Kerzen ziehen‘ und ein Seminar besuchen: ‚Blumen arrangieren‘.

Solange es keinen Wettbewerb gibt, wer schneller, stärker und kräftiger das größte Bild produziert: Männlich ist immer noch sich wie ein Krieger und Kämpfer zu geben. Und nicht gefühlvoll seine künstlerische Ader zu pflegen.

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# 66 Nutella

Nutella zum Frühstück ist unmännlich, Fußballer Nutella ist unmännlichDer große Mann unterscheidet sich vom kleinen Jungen nicht nur durch sein Verhalten und seine Vorlieben, sondern auch  durch seine Essgewohnheiten und seinen Geschmack. Ein Mann mag Deftig-Würziges. Aus dem süßen Kindesalter ist er schließlich heraus.

Er trinkt Espresso und nicht Kakao. Er nippt am Bier aus der Flasche und saugt keine Capri-Sonne mit Strohhalm auf. Männlich ist es, einen Big Mäc mit wenigen Bissen zu verschlingen. Unmännlich hingegen ist, wer für sich ein Happy Meal bestellt. So wie das Mannsbild mit Nutella auf dem Brot.

Nutella ist der allseits bekannte Haselnuss-Schokolade-Aufstrich aus dem Glas. Wer zum Frühstück zum Nutella greift, schmiert sich bereits frühmorgens eine Portion Nugat aufs Brot. Dies spricht schon nicht für einen deftig-maskulinen Geschmack.

Süß, schokoladig, cremig. Nutella als Aufstrich ist für den kindlichen Gaumen kreiert. Und was ein Grundschüler mag, ist nichts für einen erwachsenen Mann. Streicht er sich Nutella aufs Brot, kann er noch so kraftvoll zubeißen: Er legt keine männlichen Essgewohnheiten an den Tag. Im Gegenteil. Er zeigt, dass er infantile Vorlieben hat.

Der Nutella-Esser ist wie ein Mannsbild mit Happy Meal. Wie einer, der sein Kinder-Überraschungsei behutsam von der Alufolie befreit. Oder wie einer, der morgens in seiner Single-Küche alleine vor der Cerealien-Packung mit lustigem Tiger drauf sitzt: Ein im Kindesalter Steckengebliebener, frei von jeder Maskulinität.

Auch wenn die Schokocreme-Freunde in der Werbung selbst Kinder haben oder über 1,70m sind, weiß-schwarze Trikots tragen und gut Fußball spielen können: Wer für einen guten Start in den Tag in ein Nutella-Brot beißt, ist kein richtiger Mann, sondern nur ein kleiner Nutella-Boy.

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