Männlichkeit wird gerne mit Kraft und Leistung verbunden. Zwei Attribute, die der Mann auch durch seinen fahrbaren Untersatz vermitteln kann. „Der coole Typ auf seiner Maschine“, kommt nicht von ungefähr. Wer auf einem großen, laut donnernden Motorrad thront, wirkt immer maskulin.
Wie auch der Kerl in einem kraftvollen Wagen, den er behände lenkt. Und selbst ein Fahrradfahrer beweist Leistung, wenn er rasanten Tempos in die Pedale tritt. Wer allerdings einen Motorroller fährt, bei dem bleiben die männlichen Attribute auf der Strecke und die unmännlichen Argumente überwiegen.
Motorroller sind motorisierte Zweiräder. Sie gelten als praktisches Gefährt im Stadtverkehr und werden im Allgemeinen von Personen genutzt, denen ein großes, leistungsstarkes Motorrad zu gefährlich ist, die sich aus Kostengründen oder der Umwelt zuliebe kein Auto zulegen möchten, aber zu kraftlos sind, ihre Wege per Fahrrad zurückzulegen.
Damit nicht genug der Argumente, die für einen Motorroller sprechen, jedoch nicht für einen Mann. Wer auf einem Roller mit vorgeschriebenem Schutzhelm und den rund 30km/h daher gerattert kommt, weiß auch die weiteren Vorteile seines motorisierten Fortbewegungsmittels zu schätzen:
• Der klassische Roller ist mit einem praktischen Automatikgetriebe ausgestattet und ist somit ideal für Männer, die des Schaltens und Kuppelns nicht mächtig sind.
• Während der Männliche sein großes Auto geschickt in Parklücken manövriert, kann er sein Zweirad so gut wie überall problemlos abstellen. Es fällt somit nicht auf, dass er nicht einparken kann.
• Im Gegensatz zum Motorrad oder Fahrrad ist der typische Roller auch mit einem Helm- oder Handschuhfach ausgestattet. In diesem kann er perfekt sein Portemonnaie, Handtäschchen oder Schminkzeug aufbewahren.
• Darüber hinaus muss er sich nicht mühevoll auf sein Zweirad schwingen. Nein, auf den Roller kann er sich ganz einfach platzieren, da die Sitzbank nach vorne offen ist. Er kann auch bequem mit Rock fahren.
Statt maskulin, mit geöffneter Beinstellung auf einem echten Motorrad thronend und lässig über die PS-starke Maschine gebeugt, kommt er auf seinem Roller adrett kerzengerade sitzend, mit seinen Beinchen brav nebeneinander platziert, daher.
Statt seiner Männlichkeit mit einem tief donnerndem Motorensound Ausdruck zu verleihen, kündigt der Motorroller-Fahrer mit seinem hell, wie eine lästige Fliege summenden Gefährt schon von weitem an: „Achtung! Hier tuckert ein furchtsamer, sparsamer, unsportlicher, behelmter Unmännlicher mit seinen 30Sachen heran.“








