Wer männlich ist, trägt Gegenstände in erster Linie für ihren praktischen Nutzen. Ein echter Kerl schmückt sich nicht mit nutzlosem Klimbim. Er trägt eine multifunktionale Uhr und bindet sich kein hübsches Goldkettchen um, das bloß zur Zierde dient.
Investiert ein Mann in eine Sonnenbrille, überlegt er auch nicht ewig, ob er darin gut aussieht. Wichtiger ist, dass er damit gut sieht. Hauptsache, sie erfüllt ihren Zweck.
Eine Sonnenbrille dient dazu die Augen vor Sonnenlicht und schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Der Mann trägt sie deshalb auf der Nase. Denn: Befindet sie sich im Haar, erfüllt sie ihren Zweck nicht.
In diesem Fall ist die dunkle Brille nichts anderes als ein modisches, aber fehlgeleitetes Statement. Und er ist ein Kerl mit nutzlosem Klimbim auf dem Kopf.
Zudem sieht ein Mann mit nach hinten geschobener Brille stets unmännlich aus, sitzt selbst das teuerste und coolste Brillengestell in seinem Haar wie ein Reif. Und so wie ein erwachsener Kerl keine Zöpfchen, Klammern, Spangen, Clips oder Perlen im Haar zur Zierde trägt, sollte er sich auch nicht mit Haarreifen zeigen. Er erinnert damit an ein kleines Mädchen.
Daraus ergibt sich natürlich die Frage: Wohin mit der Sonnenbrille, wenn es dunkel wird oder der Mann einen geschlossenen Raum betritt? (Und er kein Rapper, Mitglied der Mafia, Profikiller, oder – im Falle eines nächtlichen Club-Besuchs – jemand, der empfindlich auf stroboskopische Lichteffekte reagiert, ist.) Der Männliche hält sie lässig in der Hand, legt sie cool vor sich auf den Tisch oder steckt sie souverän mit einem Brillenbügel in die Gesäßtasche seiner Jeans oder Knopfleiste seines Sakkos.
Nur der Unmännliche schiebt sie sich auf den Kopf, und sieht damit wie ein kleines Mädchen auf dem Weg zum Klavierunterricht aus.








