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Alles, was unmännlich ist

# 73 Kochbuch-Verwender

Kochen für Männer, Kochbücher für Männer und Kochbücher verwenden ist unmännlichMännlich ist, sich anderen überlegen fühlen. Deshalb ist der Herr der Schöpfung stets der Meinung, dass er alles besser kann. Gute Ratschläge und Bedienungsanleitungen jeglicher Art hat er nicht nötig. Er probiert es selbst einmal.

Er drückt beim Autofahren lieber eine Stunde alle Knöpfe am piepsenden Armaturenbrett, als kurz in das Handbuch im Handschuhfach zu sehen. Die Instruktionen vom Möbelhaus werden gleich mit dem  Verpackungsmaterial entsorgt, da baut er lieber ein instabiles Bücherregal. Ein echter Kerl macht eben sein eigenes Ding. Auch in der Küche. Denn, selbst ist – und kocht – der Mann.

Kochbücher sind Sammlungen von Rezepten, die eine genaue Anweisung geben, wie eine Speise zubereitet werden sollte. Sie gehören daher in die Kategorie Bedienungsanleitung. Wer beim Kochen den Rat eines Kochbuches befolgt, gehört somit nicht zu der männlichen Sorte, die alles besser kann.

Ein Kochbuchverwender geht nicht seinen eigenen Weg und probiert es mutig selbst einmal. Nein, er sieht lieber in der Anleitung nach, denn er hat Angst, etwas falsch zu machen. Man beachte: Es geht hier lediglich um eine Mahlzeit und nicht um ein lebenslang instabil stehendes Bücherregal.

„Man ist, wie man kocht“, heißt es. Selbst wenn die Küche für ihn fremdes Terrain darstellt: Der Männliche schwingt lässig den Kochlöffel, hat eine Vorstellung und nimmt – überlegen wie er ist – gleich mal die größte Pfanne zur Hand. Dies zeugt von Unabhängigkeit und Selbstsicherheit. Etwas von dem und ein bisschen von dem, und ordentlich mit Salz, Pfeffer und Chili würzen kann nie schaden. Selbst wenn Gäste kommen, er nimmt sich die Freiheit heraus.

Wer hingegen in einem Kochbuch nachsieht, streift sich dabei meist seine frisch gebügelte Schürze zurecht. Er ist unsicher. Er beginnt sorgsam die Muskatnuss zu reiben und, ah, nur eine Messerspitze Salz. Er macht alles exakt, wie ein anderer ihm sagt. Er wagt nicht, sich Freiheiten herauszunehmen, sondern hält sich an Vorschriften fest.

Ein Kochbuchverwender ahmt andere nur nach. Er ist die Lusche, die – nicht nur in der Küche- eine Bedienungsanleitung braucht.

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17 Kommentare auf “# 73 Kochbuch-Verwender”

  1. Verena sagt:

    Haha, der am Foto könnte mein Kollege sein :-)

  2. jens sagt:

    Aha, deshalb kochen viele Männer gar nicht erst.

  3. HelBee sagt:

    Mein Liebster steht nur einmal im Jahr in der Küche, nämlich bei der Weihnachtsgans – und da ist mir lieber, er schaut im Kochbuch nach.

  4. Aysa sagt:

    Stimmt total. Größte Pfanne, größtes Messer, größte Flamme. Und dann keine Kritik einstecken können, wenn das große Mahl an größter Ungenießbarkeit grenzt. In der Tat äußerst männlich.

  5. XY-Fee sagt:

    Dabei muss ich an einen Freund (Hetero) denken, der uns (bereits im Juli!) zu seinem alljährlichen 5-Gänge-Gourmet-Weihnachtsessen geladen hat, bei dem er immer in der Küche (natürlich mit gebügelter Schürze!) steht und in seinem gebundenen, unbeflecktem Kochbuch nachliest. Uahh. Immer eine demenstprechend steife Affäre. Wäre besser, er würde uns versalzenes Chili und danach Tequila vor die Nase stellen, als Hummerklösschen servieren mit passendem Dessertwein am Schluß. Vielleicht sollte ich ihm den Link zum Blog weiterleiten.

  6. Herr Mann sagt:

    Besitze nur ein Jamie O.- 15 Minuten-Meals-Buch. Denke, das ist noch vertretbar.

  7. Kathi K sagt:

    Mit dem Backbuch dastehen und Vanillekipferln hervorzaubern spricht auch nicht gerade für einen ‘echten’ Mann.

  8. Darth sagt:

    Wenn, dann die dicke fette Webber-Grill-Fibel.

  9. Glücksbärchie sagt:

    Kochen ist allgemein unmännlich!! Ein Mann fragt erst wenn schon alles fertig ist: “Schaaaatz kann ich was helfen???” Ich kenne so einen Typen, wenn der abends 18-19 Uhr nach einem langen Arbeitstag heim kommt und seinen Beitrag folglich schon geleistet hat, muss er für sich und seine Freundin kochen, gern auch vegan, z.T. mit Kochbuch, da werden Pastinaken (wenn man das so schreibt)-Süppchen kredenzt!! Und sie,den ganzen Tag zu Hause mit dem Unter-einjährigen, sagt: “Ich wüsste nicht wann ich Zeit zum kochen hätte mit dem Kleinen.” Die sollten sich beide was schämen: er weil er ein unmännliches Weichei ist, dass seiner Frau nicht beigebracht hat zu kochen und sie, weil sie für ihre Lieben weder kochen kann noch will (Preis für die schlechteste Mutti und Freundin!!!)- Und wenn es voll scheiße schmeckt, aber das Weibchen sollte das natürliche Bedürfnis haben für ihren Mann und ihre Kinder zu kochen oder wenigstens für was Essbares zu sorgen. Hilfe, an dem Schlamassel sind nur die Emanzen schuld, die uns einreden wollen, dass man das als Mädel nicht mehr kochen darf. Das ist widernatürlich!!!

  10. Gerd sagt:

    Gilt die “Wie viel kochendes Wasser gehört drauf”-Aufschrift auf einem Instant- Asia-Nudel-Snack auch als ‘Kochanleitung?

  11. Egon sagt:

    @ Jens: Richtig so. Ein echter Mann kocht sowieso nicht; das lässt er die Frau erldigen.

  12. Lebkuchenfrau sagt:

    Manchmal ist es besser wenn der Mann eine Bedienungsleitung gebrauchen würde ;-) )

  13. alex sagt:

    Ein echter Kerl kocht gar nicht erst (es sei denn er ist von Beruf her gelernter Koch), sondern lässt sich bekochen – und zwar von seiner Partnerin. Das war schon immer so, und das wird auch so bleiben, auch wenn die Feministinnen uns was anderes erzählen wollen. Wenn die Frau nicht kochen kann und er selbst kochen muss, sind beide schuld – er, weil er nicht Manns genug ist, wer welche Rolle im Haushalt hat, uns sie, weil sie nicht imstande ist, was auf den Tisch zu bringen (und stattdessen die Nummer vom Pizza-Service hinlegt)

  14. HeSchu sagt:

    Ganz falsch. Meine Theorie ist die, daß Mann die Bedienungsanleitungen jeglicher Art mißachtet weil er sie weder lesen noch nachvollziehen kann. Selbst eine Maggi-Suppen- oder Soßenpackung übersteigt die männliche Intelligenz.

  15. kai sagt:

    auch bei frauen erweckt ein kochbuch den eindruck, dass sie nicht kochen kann…. da geh ich lieber zum mäci!

  16. Lord Apfelsaft sagt:

    Ein herrlicher Post! :)
    Ja, Kochbücher zu verwenden ist definitiv unmännlich, denn beim Kochen geht’s nicht um Rezepte, sondern um Technik, und freiwillig in einer unpraktisch-kitschigen Hausfrauen-Küche zu kochen, die mit allerlei unpraktischen Deko-Schrott vollgemüllt ist, während man vorne und hinten zuwenig Platz zum arbeiten hat, ist definitiv eher eine Frauensache :)

  17. Achgottchn sagt:

    Einfach mal so besser kochen können als mancher sogenannte Profikoch. Kommt vor. Junge Männer können seltsamerweise immer öfter gar nicht mal so schlecht kochen, was man von gleichaltrigen Frauen leider immer weniger behaupten kann. Dahinter verbirgt sich das voranschreitende Verschwimmen der Geschlechterrollen, worüber sich ja gern aufgeregt wird. Außerdem wollen Kerle schließlich lecker essen und nicht lieblos zusammengematschte Emanzipations-dinner auslöffeln.

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