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Alles, was unmännlich ist

# 65 Panik vor Bienen

Angst vor Bienen, Wespen, Stechmücken, Gelsen und Fliegenklatschen ist unmännlichEin Mann gehört bekanntlich zur tapferen, mutigen Spezies. Der wahrhaft Männliche zeichnet sich selbst bei drohender Gefahr durch Furchtlosigkeit aus. Schleicht sich etwa eine giftige Kobra heran, behält er die Contenance. Baut sich ein Koloss von Braunbär oder gar Profikiller vor ihm auf, bleibt er cool. Und, für den heldenhaften Beschützer ist selbstverständlich die Sicherheit seiner Begleitung die erste Priorität.

Im Gegensatz dazu steht der Typ, der bereits beim Anblick einer kleinen Biene die Fassung verliert.

Diese Spezies ‚Mann‘ ist am besten beim sommerlichen Brunch zu erkennen: Ist von Ferne ein leises Summen zu hören, flackert in seinen Augen schon Panik auf. Nähert sich tatsächlich ein freundliches Honigbienchen, springt er angsterfüllt auf. Kreuzt eine ahnungslose Wespe seinen Weg, ist von männlicher Coolness ebenfalls nichts zu sehen. Vernimmt dieser Typ das Surren einer Stechmücke (österr.: Gelse), so zeichnet er sich gerne durch unbändiges Um-sich-Schlagen, meist mit Hilfe einer Tageszeitung oder Werbebroschüre, aus. Man möchte meinen, der Kerl hat es in der Tat mit einem lebensgefährlichen Flugobjekt zu tun.

Bienen, wie Wespen und Mücken, sind hierzulande jedoch keine lebensbedrohenden Tiere. Außer, man ist gegen sie allergisch. In der Regel ist das jedoch nicht der Fall. So gibt es für das Verhalten dieses Mannes nur eine Erklärung: Er ist von größter Furchtsamkeit. Das kleine Tierchen könnte ihm etwas zu leide tun. Der bloße Gedanke, es könnte ihn stechen, versetzt ihn in Angst und Schrecken. Er würde diese Schmerzen nicht ertragen. Sogar ein Jucken auf Ärmchen oder Beinchen, das wäre ihm zu viel. Er ist der Gegenpart vom tapferen Helden: Ein Mannsbild, das nicht einmal einen Insektenstich aushalten kann.

Vom männlichen Beschützer ist er ebenfalls weit entfernt. Statt seine Begleitung vor Unheil zu bewahren, bringt er sie mit seiner insectophobischen Panikreaktion nur selbst in Gefahr. Leicht könnte die Dame bei seinem besinnungslosen Kampf gegen das Insekt einen Schlag abbekommen oder mit der Fliegenklatsche eine übergezogen kriegen.

Egal welches Insekt sich ihm nähert, ein wahrer Kerl tut selbst eine Hornisse maximal mit einem lässigen Wink ab. Wer hingegen panisch um sich schlägt und sich sogar von Biene Maja vom Frühstückstisch vertreiben lässt, ist armselig unmännlich und macht sich nur lächerlich.

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# 64 Joghurt

Joghurt essen und gesunde Ernährung ist nichts für Männer und unmännlichWer rotes Fleisch und Bier konsumiert, große Portionen und deftige Speisen verschlingt, wirkt auch heute noch stark und maskulin. Leichte Kost und Gesundes wie Obst, wird hingegen mit der Frau assoziiert. Und hört man „Milch“, „süß“ und „cremig“, denkt man intuitiv an kindliche kulinarische Vorlieben.

Joghurt ist ein Milchprodukt, das gerne mit süßem Fruchtanteil und Obst versehen wird. In der Werbung wird es als „locker und leicht“, „mit cremigem Geschmack“ und „gesund“ beschrieben und, demzufolge, gerne von kleinen Kindern und Diät-bewussten Damen angepriesen.

Joghurt an sich könnte also schon als Symbol für unmännliche Ernährung stehen. Darüber hinaus trägt die Art des Konsums eines Joghurts zur weiteren Entmannung bei.

  1. Wirkt ein Typ mit einer üppigen Portion vor sich groß und stark, so haben wir hier ein Mannsbild mit einem kleinen, leichten Plastikbecher in der Hand.
  2. Dieser Becher ist noch dazu traditionell weiß mit ansprechenden Farbnuancen verpackt, womit man Himmel, Leichtigkeit und Schweben verbindet. Und nicht Kraft und Bodenständigkeit.
  3. Statt wie ein echter Kerl ordentlich mit Gabel und Messer zuzulangen, beginnt der Joghurt-Esser auch noch seinen mageren Snack mit einem kleinen Löffelchen zu konsumieren.

Selbst wenn der Joghurt eine Ecke hat, ist von männlichen Kanten nichts zu sehen. Ein erwachsener Mann, der Joghurt löffelt, wirkt wie ein kleiner Junge oder ist in Wahrheit eine Diät-bewusste Frau.

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Sonnenbrillen im Haar, Piloten-Brillen und Ray Ban auf dem Kopf sind unmännlichWer männlich ist, trägt Gegenstände in erster Linie für ihren praktischen Nutzen. Ein echter Kerl schmückt sich nicht mit nutzlosem Klimbim. Er trägt eine multifunktionale Uhr und bindet sich kein hübsches Goldkettchen um, das bloß zur Zierde dient.

Investiert ein Mann in eine Sonnenbrille, überlegt er auch nicht ewig, ob er darin gut aussieht. Wichtiger ist, dass er damit gut sieht. Hauptsache, sie erfüllt ihren Zweck.

Eine Sonnenbrille dient dazu die Augen vor Sonnenlicht und schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Der Mann trägt sie deshalb auf der Nase. Denn: Befindet sie sich im Haar, erfüllt sie ihren Zweck nicht.

In diesem Fall ist die dunkle Brille nichts anderes als ein modisches, aber fehlgeleitetes Statement. Und er ist ein Kerl mit nutzlosem Klimbim auf dem Kopf.

Zudem sieht ein Mann mit nach hinten geschobener Brille stets unmännlich aus, sitzt selbst das teuerste und coolste Brillengestell in seinem Haar wie ein Reif. Und so wie ein erwachsener Kerl keine Zöpfchen, Klammern, Spangen, Clips oder Perlen im Haar zur Zierde trägt, sollte er sich auch nicht mit Haarreifen zeigen. Er erinnert damit an ein kleines Mädchen.

Daraus ergibt sich natürlich die Frage: Wohin mit der Sonnenbrille, wenn es dunkel wird oder der Mann einen geschlossenen Raum betritt? (Und er kein Rapper, Mitglied der Mafia, Profikiller, oder – im Falle eines nächtlichen Club-Besuchs – jemand, der empfindlich auf stroboskopische Lichteffekte reagiert, ist.) Der Männliche hält sie lässig in der Hand, legt sie cool vor sich auf den Tisch oder steckt sie souverän mit einem Brillenbügel in die Gesäßtasche seiner Jeans oder Knopfleiste seines Sakkos.

Nur der Unmännliche schiebt sie sich auf den Kopf, und sieht damit wie ein kleines Mädchen auf dem Weg zum Klavierunterricht aus.

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# 62 Katzen

Katzen, Katzenbesitzer und Männer mit Katzen sind unmännlich Der Mann, der Herr des Hauses: Was die klassische Rollenverteilung im Haushalt betrifft, hat sich dies mittlerweile relativiert. Dennoch gilt immer noch der als männlich, der das Sagen hat.

Ein echter Kerl hat die Kontrolle und ist einer, der gerne Befehle erteilt. Wird gemacht, was er sagt, wirkt er besonders durchsetzungsstark und maskulin. Deshalb hält der Mann sich auch gerne einen Hund. Ein Typ mit treuem, folgsamem Vierbeiner an seiner Seite strahlt eben herrschaftliche Männlichkeit aus.

Die Katze ist ein Tier mit weichem Fell, niedlichem Näschen und flauschigen Öhrchen. Deshalb ist sie besonders bei kleinen Mädchen sehr beliebt. Sie sind es, die ‚Hello Kitty‘ mögen, im Karneval als Kätzchen gehen und ein putziges Kuscheltier wollen. Wer diese Vorliebe für Miezekatzen teilt, wirkt aus diesem Grund schon kindlich-feminin.

Die Katze ist zudem für ihre Unabhängigkeit bekannt. Während ein wahrer Mann stets das Sagen hat und, mit einem gehorsamen Hund an der Seite, Führungsqualitäten beweist, zeigt ein Katzenbesitzer, dass er keinerlei Kontrolle hat. Er kann sagen, was er will: Nicht einmal sein Haustier hört auf ihn. Er ist ein Kerl, der sich ungestört auf der Nase herumtanzen lässt, und wirkt dadurch unmännlich und schwach.

Darüber hinaus hat er keinen Vierbeiner gewählt, mit dem er draußen aktiv sein und im Park den Ball werfen kann. Nein, dieser Mann bevorzugt eine Sorte, mit der er zuhause am Sofa sitzen und in Ruhe schmusen kann.

Seine Samtpfote ruft er vielleicht auch noch ‚Mimi‘, ‚Muschi‘ oder ‚Coco Chanel‘. Und, je widerspenstiger die Herrin des Hauses ist, desto mehr wird die Diva von ihm untertänigst mit ‚Sheba‘ verwöhnt.

Ein Mann mit Schmusekätzchen im Arm ist folglich in puncto Männlichkeit arm dran.

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# 61 Horoskope lesen

Horoskope lesen ist unmännlich und Horoskop für Männer ist unmännlichEin wahrer Mann weiß selbst, wo es lang geht und was er zu tun hat. Daher beschäftigt er sich nicht mit Horoskopen. Denn, ein echter Kerl braucht schon gar keine Lebenshilfe, die in den Sternen steht.

Wer hingegen eifrig Horoskope liest, outet sich schlichtweg als unmännlicher Typ.

Er ist zunächst ein ausgewachsener Mann, der sich online oder in Tageszeitungen – statt eingehend über Politik, Weltgeschehen und Sport – lieber über astrologische Prophezeiungen informiert. Er kennt nicht nur sein Tierkreiszeichen, sondern weiß meist auch über die Sternzeichen seiner Arbeitskollegen Bescheid.

Nun sei gesagt, dass die Astrologie als Pseudowissenschaft und Form des Aberglaubens gilt. Der astrologisch interessierte Mann legt folglich ein Glaubensbild wie eine Bäuerin im 15. Jahrhundert an den Tag.

Selbst wenn er vorgibt, es nur aus Spaß zu lesen: Er würde seine Zeit nicht damit verschwenden, wenn er nicht ein bisschen an die Macht der Sterne glaubt. Laut Horoskop versprechen sie ihm etwa eine beruflich erfolgreiche Woche und Durchsetzungskraft. Besonders forsch ist seine Art zurzeit auch. Vielleicht könnte er es nun wagen, endlich das Gespräch mit dem Chef zu führen? Solch Gedankenspiele sprechen nicht für männliche Entschlussfreudigkeit.

Dieser Kerl weiß offensichtlich nicht selbst, was er zu tun hat. Verunsichert benötigt erst von seinen Sternen Rat. Uh, heute wäre ein guter Tag um endlich die Angebetete anzusprechen! Ein selbstbewusster Mann benötigt dafür kein Horoskop. Und hätte das längst getan.

Er braucht sich also nicht wundern, wenn er Jungfrau ist. Und selbst wenn es sich um einen Krebs oder Zwilling handelt: Wer Horoskope liest, braucht dringend Hilfe. Vor allem in puncto Männlichkeit, denn davon ist er Lichtjahre entfernt.

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# 60 Radler-Hosen

Radlerhosen, Radler-Hosen, Leggings und Tights zum Laufen für Männer sind unmännlichEinst sah man die enganliegenden, glänzenden Spandex-Hosen nur bei der ‚Tour de France’. Nun werden sie für jeglichen Hochleistungssport getragen. Und, für den männlichen Spitzensportler mag das aerodynamische Beinkleid durchaus sinnvoll sein.

Allerdings zwängt sich dieser Tage beinahe jeder Kerl – ob zum gelegentlichen Sonntagslauf oder gar Inline-Skaten – in ein hautenges Spandex-Höschen. Und entgegen seiner Annahme, dies drücke Sportlichkeit aus, wirkt er höchst unmännlich darin. Denn:

1.) Die Kunstfaser Spandex, auch als Elastan bekannt, ist durch ihre Dehnbarkeit dem Gummi ähnlich und wird nicht nur für Sportkleidung verwendet. Der Mann in Spandex trägt ein Material, das vor allem bei der Herstellung von Damenunterwäsche, Strumpfhosen, Bikinis, Miederwaren und Fetisch-Bekleidung zum Einsatz kommt.

2.) Ob ihrer Passform wird die enge Laufhose auch als Leggings bezeichnet. In Sportgeschäften wird sie – in  kurz, dreiviertel oder lang – unter dem Namen ‚Tights‘ verkauft. Sollten Leggings schon nur von Frauen getragen werden, heißen ‚Tights‘ zu Deutsch ‚Strumpfhosen‘. Wir haben es also offiziell mit einem Mann in Strumpfhosen zu tun.

3.) Ein Mann zeichnet sich zudem durch locker sitzende Kleidung aus. Enganliegende Teile haben etwas Feminines, denn ist es die Dame, die mit Vorliebe ihre Körperform betont. Wer sich in seiner Freizeit in eine Radler-Hose zwängt, kleidet sich also gerne wie eine Frau: figurbetont.

4.) Wer maskulin wirken möchte, sollte auch aus einem weiteren Grund in saloppen Trainingshosen oder weiten Shorts joggen gehen: Raum für weibliche Vorstellungskraft lassen nur die lässigen Klamotten. Kommt ein Kerl in knallengen Leggings daher, offenbart er zu viel seiner Männlichkeit. Viel zu viel. Mit dem entgegengesetzten Ziel.

Wer kein Hochleistungssportler ist, sollte demnach auch kein Spandex-Höschen tragen, denn er degradiert sich damit selbst zu einem Kerl in glänzender Strumpfhose aus Fetisch-Material. Einer, der auch beim Freizeitsport gerne seine Figur in Szene setzt und etwa noch glaubt, dass er mit seinem aerodynamischen Höschen schneller ist. Ihm sei gesagt: Jede Dame, der er entgegengelaufen kommt, hofft das auch.

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# 59 Handcreme

Handcreme verwenden, zarte Männerhände, Nivea for men und eincremen ist unmännlichDie männliche Körperpflege zeichnet sich dadurch aus, dass sie schnell von statten geht. Duschen, Rasieren, Deo, eventuell noch After-Shave aufklatschen und ein Spray Eau-de-Toilette. Länger muss sich ein Mann nicht mit dem eigenen Körper befassen.

Kein echter Kerl steht morgens da und cremt sich die Beine ein. Trotz aller Metrosexualität: Das kosmetische Repertoire von wohlriechenden Lotionen bis Feuchtigkeit spendenden Pflegeserien gehört immer noch zum Beautyprogramm der Frau.

Die Handcreme ist eine wohlriechende Emulsion zur Pflege der Haut. Selbst wenn sie heute auch in grauer, schwarzer oder dunkelblauer Verpackung mit der Aufschrift ‚for men‘ daherkommt, gehört sie immer noch zu den Kosmetika. Zudem: Wer sie verwendet, ist ein Kerl, der sich selbst eincremt. Und das ist kein Bild, das für Männlichkeit steht.

Ein Mann ist nun einmal weder als Typ für Streicheleinheiten noch für große zärtlichen Berührungen bekannt. Und wenn, dann berührt er weiche Frauenhaut. Ein Handcreme-Verwender hingegen fährt sich liebevoll über die eigene Haut. Ein Tröpfchen Emulsion, dann lässt er seine Hände zärtlich aneinander gleiten und massiert sich die Creme sanft bis in die Fingerspitzen ein. Gerne auch im Büro, in aller Öffentlichkeit. Wiederholt streicht er sich über seine Hände. Man könnte auch sagen: Er streichelt sich. Er ist ein Mann, der sich selbst liebkost.

Neben der Tatsache, dass er sich gerne anfasst, scheint dieser Typ auch sehr auf die Geschmeidigkeit seiner Hände bedacht. Er hat offensichtlich Angst vor rauer, rissiger Haut. Das wäre nicht nur unschön, sondern könnte gar schmerzen. Dies deutet zudem auf eine empfindliche, höchst wehleidige Natur.

Selbst wenn ein Kerl schwerster Handarbeit unter anspruchsvollen Bedingungen nachgeht (und bei Klimaanlage etwas in den Computer tippen gehört nicht dazu): Wer männlich ist, cremt sich nicht die Hände ein. Wer hingegen seine mit duftender Emulsion behafteten Händchen zärtlich aneinander reibt, der hat meist auch eine Polierfeile, einen Manikürestift und einen rosa Labello dabei.

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Männer sagen nicht supi, supi-dupi, oki-doki, Mäki, Lappi und Caipi, das ist unmännlichDer eine verwendet Kraftausdrücke, die rohe Männlichkeit und Dominanz vermitteln. Der andere bedient sich einer gewählten Ausdrucksweise, um seine Kompetenz und Autorität zu betonen. Die Sprache ist schließlich ein Mittel zur Selbstdarstellung. Und ein Mann stellt sich selbst gerne als groß und stark dar.

Mit „i“ abgekürzte Wörter gehören daher nicht in sein Vokabular.

Solch Abkürzungen, in der Grammatik Diminutivsuffix genannt, sind auch als Verniedlichungsformen bekannt. Ein Mann, der etwas statt ‚super‘ „supi“ findet oder der statt ‚großartig‘ „supi-dupi“ sagt, verkleinert nicht nur das Wort, sondern auch sich selbst.

Da hilft auch keine Ergänzung eines weiteren Adjektivs, zum Beispiel ‚echt-supi‘ oder ‚supi-krass‘. Diese Ausdrücke sollten ebenfalls nur von jungen Mädchen verwendet werden. Denn statt groß und stark wirkt der Verwender nur kindlich und schwach.

Männlichkeit strahlt derjenige aus, der auch mit Worten Macht, Kompetenz und eine gewisse Intelligenz signalisiert. Wer sein Einverständnis mit ‚oki-doki‘ gibt, zeigt nichts davon. Ebenso der, der seinen Laptop lieblich ‚Lappi‘ nennt. Der vertreibt sich die Zeit mit infantilen Online-Spielen oder im Forum von gofeminin. In diesem Sinne gilt auch:

  • Ein richtiger Mann bestellt sich einen ordentlichen Caipirinha an der Bar. Wer hingegen ‚Bitte einen Caipi‘ ruft, könnte auch laut nach einer Capri-Sonne fragen.
  • Der Männliche zieht sich morgens einen Rollkragenpullover an. Zum geliebten ‚Rolli‘ greift nur die Frau.
  • Wer einem Fastfood-Restaurant sogar einen Kosenamen gibt, geht viel zu oft zum ‚Mäki‘ und kann maximal erst sechszehn sein.

Die Abkürzung auf –i schwächt und vermindert, und besonders zum Schluss ist der Männliche auf einen entsprechend maskulinen Abgang bedacht. Wer einer Dame  also zum Abschied „Tschüssi“ hinterherruft oder ‚Tschaui‘ flötet, stellt sich absichtlich geringfügig dar. Er möchte am Ende sichergehen, dass sie auch weiß, dass er kein begehrenswerter Mann, sondern nur ein niedlich-verspielter Junge ist. In Infantilität übertroffen wird er nur noch von dem Kerl, der ‚Tschüssikowski‘ sagt.

Wer zu Beginn gar ‚Hallöli‘ ruft, könnte auch gleich kundtun: „Ich bin nicht nur unmännlich, sondern in Wahrheit eine überenthusiastische Frau“.

Und derjenige, der darauf mit „guddi“ antwortet? Der auchi.

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# 57 Wehleidigkeit

Männer, die wehleidig sind und Wehleidigkeit ist unmännlichEin echter Kerl ist stark, robust und hält viel aus. In Filmen wird es vorgezeigt: Held ist derjenige, der trotz drei Einschusslöchern in der Herzgegend noch lange nicht ans Aufgeben denkt.

Auch in der Realität gilt: Einen wahren Mann wirft eine körperliche Malfunktion nicht gleich aus der Bahn. Wer männlich ist, besitzt nun einmal viel Testosteron, das – biologisch bewiesen – für niedrige Schmerzempfindlichkeit sorgt, und selbst große Schmerzen kann er mit Würde ertragen.

Der Mann hingegen, der schon beim kleinsten Wehwehchen überreagiert, darf sich nicht wundern, dass er unmännlich wirkt. Hiervon betroffen ist z.B. das Exemplar, das bei jeder Körperbewegung lauthals stöhnt, denn sein Nacken ist wegen Zugluft ein bisschen verspannt, sowie der Kerl, der zuhause bleibt, sobald er nur den Anflug einer Erkältung verspürt. Und macht der Wehleidige beim Rasieren einen falschen Schnitt, schreit er auf, als habe ihn in der Tat jemand mit einer Axt attackiert.

Wer solch niedrige Schmerzgrenze hat, dem mangelt es an Testosteron. Dafür weist er eine erhöhte Anzahl an weiblichen Geschlechtshormonen auf. Biologisch gesehen, wirft das bereits die Frage nach seinem wahren Geschlecht auf.

Maskuline Stärke zeigt nun einmal derjenige, der auch in der Not – etwa nach einer groben Kampf- oder Sportverletzung – tapfer die Zähne zusammenbeißt. Im Vergleich dazu das Mannsbild, das weinerlich klagt, nur weil er sich morgens beim Socken anziehen ein bisschen verrissen hat. Er zeigt damit: „Ich bin verweichlicht und schwach. Ich halte gar nichts aus.“ Schon eine verstopfte Nase wirft ihn völlig aus der Bahn.

Er ist der armselige Typ, der noch bemuttert werden möchte und bei der Damenwelt maximal Mitleid weckt. Und, statt als Mann respektiert zu werden, in der Regel belächelt wird.

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# 56 Spieleabende

Spieleabende sind unmännlich, Cluedo, Monopoly, Scharade sind nichts für MännerMacht, Mut, Risiko, Reichtum. Diese Begriffe werden immer noch intuitiv einem Mann zugeordnet, genauso wie strategisches Denken, Alkohol und Zigarren.

Maskulin schlechthin wirkt daher der Poker-Spieler. Er ist der coole Player, der in hartgesottener Männerrunde mit hohem Einsatz zockt und kühn seine hartverdiente Kohle riskiert, dabei lässig am Whiskey nippt. In düsterer, verrauchter Atmosphäre, am besten in einem zwielichtigem Kellerlokal.

Ein typischer Spieleabend hingegen findet meist in sittsamer Pärchen-Runde statt. Statt mutig mit seinem Erspartem zu zocken, setzt der Mann hierbei maximal Spielgeld ein. In einer rauchfreien, gut beleuchteten Zwei-Zimmerwohnung. Und dazu bekommt er noch alkoholfreien Sprudel serviert.

Wer ein echter Kerl ist, der versteht unter einem abendlichen Vergnügen etwas Anderes. Der Spieleabend-Freund jedoch bevorzugt die harmlos jugendfreie, gut belüftete, häusliche Atmosphäre. Statt umgeben von Testosteron Männlichkeit zu beweisen, geht er gemeinsam mit Frauen einem Gesellschaftsspiel nach, das meist schon für Kinder ab 8 Jahren geeignet ist.

Von ‚Cluedo‘, ‚Die Siedler von Catan‘, ‚Monopoly‘, bis ‚Scharade‘, dem Spieleabend-Begeisterten sei gesagt:

  • Wer wahren Mut hat, geht im wirklichen Leben auf Verbrecherjagd  – und ahmt die Suche nach den Mörder von Graf Eutin nicht zuhause mit einer Spielfigur nach.
  • Männlichkeit repräsentiert der wahre Herrscher über Siedlungen und Rohstoffe aus – und nicht der, der eine Karte besitzt, auf der ein Stück Holz oder Erz abgebildet ist.
  • Maskulin wirkt der coole Typ mit dem Pokerface, der stets die Haltung bewahrt – und nicht derjenige, der wild gestikulierend auf einem Wohnzimmerteppich einen ‚Hanswurst‘ abgibt oder einen ‚Armleuchter‘ aus sich macht.
  • Und hätte der Kerl Geld, Macht, Immobilien und Hotels in bester Lage, hätte er es nicht nötig, dies zu simulieren.

Ein Blick auf das Spielbrett fasst es zusammen: Hauptdarsteller ist ein kleines, hölzernes Männlein, das sich regelkonform bewegt. Es symbolisiert den Unmännlichen, der sich frei von Testosteron abends zu einem harmlosen Spielchen trifft.

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